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Eine Geschichte über Vorurteile, das Fremde
und das Recht auf ein gutes Leben
von Günter Jankowiak

Nominiert für den IKARUS 2015

Aus der Begründung der Jury:

Ein Fremder kommt in eine etablierte und kleinbürgerliche Welt. Er findet ein verlorenes Smartphone und löst eine Kettenreaktion an Ablehnungen und Aggressionen aus, er weckt aber auch Interesse und bringt Neues mit.

Missverständnisse führen zu Ärger, Vorurteile schaffen Abwehr und Argwohn. Immer weiter verstricken sich alle Beteiligten in den gegenseitigen Abhängigkeiten.

Mehr und mehr wird offen sichtbar, wie Jeder mit Jedem in zwanghaften Verhältnissen steckt, welche unterschwelligen Ablehnungen und Aggressionen bestehen – und wie sehr sich alle ein Ausbrechen aus der Enge und den abgründigen eingefahrenen Strukturen wünschen.

Fremdenfeindlichkeit – hier von Autor und Regisseur Günter Jankowiak am Beispiel der Minderheit der Roma festgemacht – ist immer Thema – gerade hat es natürlich eine besondere Aktualität. Der ernste Stoff wird in einem Spiel dargeboten, das nicht der Komik und Satire entbehrt. Das spielfreudige Ensemble lotet sehr genau aus, wohin es führt, wenn den Aggressionsdynamiken nichts entgegengesetzt wird.

Der Moment der Eskalation wird klug ausgeblendet. Jeder kann sich natürlich selbst ausmalen, wohin es führen würde, das Grauen wird dadurch nur stärker.

Dieser Entwicklung entgegen steht der Schluss, der einen scheinbar harmonischen Ausgang zeigt. In welche Richtung sich die Dinge entwickeln, kann jeder Zuschauer bei sich selbst im Alltag immer wieder überprüfen.