Ateliertermine:

15., 16., 18. September
14.30 bis 18.00 Uhr

19. September
14.30 bis 17.00 Uhr

20. September (Präsentation)
14. bis 17.30 Uhr

|Die Ateliers|Jugendliche treffen Theatermacher|Theater im Gespräch|
|Buchvorstellung|Podiumsdiskussion|

Die Ateliers
Schwerpunkt der diesjährigen Spurensuche ist das Theater für Jugendliche. Neue Formate und andere Spielformen finden immer häufiger Eingang in dieses traditionsreiche Genre, das sich kontinuierlich intensiv mit der Lebenswelt seines Publikums auseinandergesetzt hat. Die Ateliers stellen unterschiedliche Ansätze und Aspekte aus verschiedenen künstlerischen Bereichen vor. Es ist gelungen, eigenwillige „Meister” ihrer künstlerischen Fächer für die Spurensuche und das Thema „Courage” zu gewinnen. Dadurch kann eine große Bandbreite künstlerischer Herangehensweisen an das jugendliche Publikum gezeigt werden. Spannend dabei ist auch, dass sich in der Auseinandersetzung mit dem Jugendtheater zugleich die Generationen treffen. Eine Neuerung der diesjährigen Spurensuche ist, dass - neben den Ateliers mit ihrer kontinuierlichen Arbeit an einem Schwerpunkt - in einem Labor vier künstlerische Ansätze an vier Tagen vorgestellt und erkundet werden. Ilona Sauer

Die Werkstätten sind nicht öffentlich und nur für die zur Spurensuche angemeldeten Teilnehmer und Teilnehmerinnen zugänglich.

Johann Jako Wurster

Atelier I
Schauspiel | Distanz und Nähe

Johann Jakob Wurster | Regisseur, Schauspieler und Autor

Improvisation bedeutet Freiheit für den Schauspieler. Die Freiheit, auf das spezifische Publikum des Tages spontan zu reagieren - ohne dabei den Stückkontext aus dem Auge zu verlieren. Die Freiheit, mit dem Publikum in Kontakt zu treten und dennoch künstlerische Distanz zu wahren. Freiheit, auf Umwegen Abkürzungen zu finden und dabei neue Kontexte zu erobern.
Wir erarbeiten aktiv improvisatorische Grundlagen, die sich auch in anderen Bereichen des Alltags nutzen lassen. Improvisation ist Spiel mit dem Moment und aus dem Moment heraus. Lass dich von deinem Partner überraschen! Und überrasche dich damit selber! Johann Jakob Wurster

Johann Jakob Wurster studierte an der Hochschule der Künste Berlin und arbeitet seit 1995 als Improvisationsschauspieler. Er begründete mit Gleichgesinnten Theatersport Berlin, war dort zeitweise künstlerischer Leiter und spielt dort bis zum heutigen Tage als Impro-Schauspieler und Moderator. Von 2001 bis 2004 arbeitete er als freier Regisseur und Stückentwickler am Staatstheater Cottbus. Für den SWR entwickelte er mehrere Hörspiele. Im Jahr 1997 erhielt er für sein Theaterstück „Fitzfinger, ab geht er!” den Grabbepreis. Er wurde zudem als Nachwuchsautor in „Theater heute” nominiert.
Im Jahre 2005 erhielt er für die Inszenierung von „Stones” (Lycos/ Nantsou) am THEATER STRAHL BERLIN eine Nominierung für den Ikarus Preis. Für THEATER STRAHL entwickelt er zurzeit ein Stück über Psychosen. Jakob Wurster ist Dozent am ISFF Berlin und lehrt an der Schauspielakademie Vorpommern.

COURAGE
„Das ist, auf die Bühne zu gehen, ohne den blassesten Schimmer zu haben. Das ist, sich vom Publikum und von sich selber überraschen zu lassen. Das ist, Verantwortung zu übernehmen, zu entscheiden und im nächsten Moment schon dem Partner blind zu vertrauen, weil der dann führt. Das ist, sich immer wieder verändern zu lassen. Courage ist, im Moment zu sein.” Johann Jakob Wurster

Horst Hawemann

Atelier II
Schreiben| Mit Sprache handeln
Horst Hawemann | Regisseur und Autor

Das Atelier von Horst Hawemann ist keine Spezialwerkstatt für Stückeschreiber. Vielmehr stehen Entwürfe von Minimalszenen und Monologe mit einer dramatischen Struktur im Zentrum dieser Werkstatt.
Wie handelt man mit Sprache? Welche szenischen Darstellungsmittel initiiert ein Text? Wie gestisch bewegt ist ein Text? Was bewegt er? Ist er nur „zuständlich” und illustrativ oder bemüht um Originalität? Handelt der Text? Schlägt er Widerspruch, Probleme und Konflikte vor? Fragt er oder antwortet er nur? Findet man darin starke Bilder und lustmachende Worte? Will der Text wirklich etwas oder tut er nur so?
Das Thema „Courage” darf von den möglichen Teilnehmern gerne vorgedacht werden.

Horst Hawemann ist in Brandenburg geboren und studierte an der Moskauer Theaterhochschule. Er ist einer der profiliertesten Regisseure und ein bekannter Dramatiker des deutschen Kinder- und Jugendtheaters. Seine bekanntesten Kinder- und Jugendtheaterstücke sind „Die Katze”, „Kokori” und „Immer schön Tiger”.
Obwohl er an vielen großen Häusern inszeniert, kehrt er immer wieder zum Theater für junges Publikum zurück und unterstützt insbesondere freie Gruppen in ihrer Arbeit, beispielsweise das Theater Pfütze in Nürnberg. (Parzival, Ritter, Ritter)
Horst Hawemann ist ein erfahrener Theaterlehrer. Er ist Professor an der Universität der Künste und lehrt auch an der Theaterhochschule Ernst Busch in Berlin. 2007 leitete er das vom Kinder- und Jugendtheaterzentrum in Zusammenarbeit mit dem Theater Metronom veranstaltete Seminar „Schauspielmethodische Anregungen für Darsteller am Kinder- und Jugendtheater”.

Kadir Amigo Memis (Flying Steps)

Atelier III
Tanz | Urban Dances
Kadir „Amigo” Memis (Flying Steps)

Thema des Ateliers sind die Urban Dances unserer Zeit: Hip Hop, Breakdance, Zeybreak, Popping, Locking und andere Mischformen. Die Entstehungsgeschichte der Urbanen Tänze aus der Straßen- und Jugendkultur sowie ihre Entwicklung und wechselseitige Beeinflussung wird ebenso vorgestellt wie die Philosophie des Hip Hop als Lebensprinzip: „Ich bin Hip Hop.” Theoretische Ausführungen werden stets durch Tanzeinlagen anschaulich demonstriert. Je nach Interesselage der TeilnehmerInnen kann das Atelier einen eher praktischen oder theoretischen Schwerpunkt bekommen.

Flying Steps
Die B-Boy-Crew Flying Steps wurde 1993 von Amigo und Vartan in Berlin gegründet und besteht derzeit aus sieben Tänzern. Sie sind auf die urbanen Tanzstile B-Boying, Breakdance, Popping und Locking spezialisiert und gewannen mehrere Weltmeisterschaften dieser Tanzstile, wie z.B. den International Battle of the Year 2000 in Hannover und den International Dance Contest Red Bull Beat Battle 2005 und 2007 in London. Die Flying Steps sind auf unzähligen Shows und Events in der ganzen Welt aufgetreten. Unter anderem tanzten die Flying Steps in der Eröffnungszeremonie der Fußball WM 2006. Im Guiness Book of Records halten sie den Rekord im „Headspin”. Die Flying Steps haben ein eigenes Musik-Label. Für „Supersonic” gewannen sie die goldene Schallplatte, für „Get Freaky” Platin. Weltweit geben die Flying Steps Kurse und Workshops in den unterschiedlichen Stilen des Urban Dance’. In Berlin betreiben sie eine eigene Tanzschule: die Flying Steps Academy Berlin.

Videos bei YouTube: Flying Steps - ISPO 2007|Amigo dance act!

Walter Schütze

Atelier IV
Bühnenbild | Raumkonzeptionen
Walter Schütze

Zeichnungen im Raum: Drahtarchitekturen
Im Kinder- und Jugendtheater fehlt oft der Mut mit reduzierten oder sogar abstrakten Bildern zu arbeiten. Dabei sind junge Menschen besonders offen für konkrete, nicht naturalistische Bildsprachen – vielleicht weil sie keine durch zahlreiche Theaterbesuche vorgefertigte und verengte Erwartungshaltung mitbringen. Im Workshop sollen Beispiele linearer Abstraktion aus bildender Kunst, Architektur und Theater diskutiert werden. Darauf aufbauend sollen anhand von Draht- oder Fadenmodellen ein- oder mehrdeutige Objekte entstehen: Bühnenbildmodelle, Kostümteile oder Requisiten, aber auch skizzierende Skulpturen. Walter Schütze

Walter Schütze wurde in Frankenberg an der Eder geboren. Nach seinem Architekturstudium war er von 1992 bis 2002 als Architekt für verschiedene Büros in Darmstadt, Wiesbaden und Berlin tätig. Seit 2002 arbeitet er als freischaffender Architekt. Er absolvierte ein Aufbaustudium im Masterstudiengang Bühnenbild an der Technischen Universität Berlin bei Hinrich Horstkotte. Für dass Theater an der Parkaue Berlin entwarf er die Kostüme für ein Grimm-Spektakel und die Ausstattung von „La Voix humaine” im Theaterhaus Mitte in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik „Hanns Eisler” Berlin. Er entwarf Bühnenbilder für zahlreiche Opernproduktionen unter anderem für die Oper Chemnitz und die Bühnen der Stadt Gera. Als Bühnen- und Kostümbildner war er an der Uraufführung „Zauberflöte 06” von Thomas Pernes beteiligt, die im März 2006 in einer Koproduktion der Neuen Oper Wien mit dem Wiener Mozartjahr und der Oper Bratislava im Wiener Museumsquartier Premiere hatte. Derzeit entwirft er für das Mittelsächsische Theater Freiberg die Kostüme und das Bühnenbild für „Street Scene” (Oper von Kurt Weill, Regie Manuel Schöbel).

Sebastian Nübling

Labor | Konzeptionelle Ansätze
Sebastian Nübling | Junges Theater Basel

Aufführungen: „Der 12. Mann ist eine Frau”, Junges Theater Basel
Montag, 15. September, 10.00 und 14.00 Uhr in der Sophie-Scholl-Oberschule
Atelier: 15.00 bis 17.30 Uhr, Sophie-Scholl-Oberschule

Die Basis der Untersuchung bildet die Inszenierung „Der 12. Mann ist eine Frau” des Jungen Theater Basel, die im Rahmenprogramm der Spurensuche im Klassenzimmer einer Berliner Oberschule aufgeführt wird. Das Stück entstand auf der Grundlage von Recherchen unter weiblichen Fussballfans, die von den jugendlichen Schauspielerinnen selber durchgeführt wurden. Normalerweise wissen die SchülerInnen nichts davon, dass sie statt des erwarteten Unterrichts ein Theaterereignis erleben werden. Schauspielerinnen, die Fußballfans des FC Basel spielen, stürmen die Klasse und zelebrieren über 45 Minuten die Posen, Gesten, Gesänge und Statements des Fan-seins. Mit der Schulglocke verlassen die Schauspielerinnen die Klasse. Die besondere Struktur sowie der diskursive und theaterpädagogisch außergewöhnliche Ansatz der Inszenierung stehen im Mittelpunkt der von Sebastian Nübling geleiteten Ateliersitzung.

Sebastian Nübling, geboren 1960 in Lörrach, studierte Kulturwissenschaften an der Universität Hildesheim. Er war Mitbegründer und acht Jahre Schauspieler und Musiker der freien Gruppe 'Theater Mahagoni' in Hildesheim. Seit 1997 arbeitet er als freischaffender Regisseur u.a. am Theater Basel, an der Schaubühne am Lehniner Platz Berlin, am Staatstheater Hannover und am Staatstheater Stuttgart. 2002 erhielt er von der Jury der Zeitschrift 'Theater heute' die Auszeichnung Nachwuchsregisseur des Jahres. Für sein Hooligan-Drama „Furioso” am Staatstheater Stuttgart erhielt er den 1. Preis des Hamburger Festivals „Politik im Theater”. Für den Regisseur Sebastian Nübling machen einerseits„Sprünge und Störungen” das Theater erst interessant:„Wenn mir jemand Eindeutigkeit liefert, fühle ich mich beschissen.” Zum anderen aber betont Nübling, dass seine Generation die „Dekonstruktion” hinter sich habe und wieder eher versuche einen Rahmen zu zeichnen. Realismus bedeute für ihn die Widersprüche auszuhalten. Nübling arbeitet seit vielen Jahren kontinuierlich mit dem Jungen Theater Basel zusammen. Dort erarbeitete er mit Jugendlichen zahlreiche Inszenierungen.

Christel HoffmannAlbert Wendt

Labor | Konzeptionelle Ansätze
Christel Hoffmann |
Albert Wendt

Dienstag, 16. September 2008, 14.30 bis 18.00 Uhr
Die Weiße Rose, THEATER STRAHL BERLIN

Was sind gute Geschichten? Was für Genüsse bereiten sie? Woran erkenne ich sie?

Genuss Nr. 1
Da draußen haben wir eine Vielzahl von Erscheinungen, Ereignissen, Interessenskämpfen. Es wuselt und schubst sich, es rauft sich und liebt sich, es rennt hintereinander her, es belauert sich. So. Und jetzt das alles zu durchschauen und zu verstehen und sich darin wieder zu finden, seinen Platz zu bestimmen, das ist eine einzige Überforderung. Das schafft keiner ohne Hilfe. Gute Geschichten helfen. Sie ordnen diese verwirrende Lebendigkeit, vereinfachen sie, machen sie überschaubar, zeigen ihre wesentlichen Bewegungen vor. Und diese Vereinfachung, dieses Überschaubarmachen empfinden wir als Genuss, wenn dabei die Lebendigkeit bewahrt wurde. Alle Schinderei bei der Kunstarbeit hat mit dieser Aufgabe zu tun. Weites Feld.

Genuss Nr. 2
Gute Geschichten führen uns aus unseren eigenen kleinen Verhältnissen in größere Verhältnisse. Sie klären nicht nur das Gewusel zwischen kleinen Gruppen und zwischen Mann und Frau, sondern erklären das große Spiel. Sie helfen dem Einzelnen, seinen Platz in diesem Spiel zu erkennen, ob er da Opfer ist, ob er da Mitläufer ist, schuldig ist, oder nur am Rande steht, oder ob er gar an etwas teilnimmt, an dem er gar nicht teilnehmen möchte.
Die guten Geschichten helfen uns, die Nasen über den Tellerrand zu kriegen. Unsere Familien, unser Wohnumfeld, unser Freundeskreis, das Theater, – das sind leider nur kleine Verhältnisse. Und wir haben es alle verdammt nötig, in größere gehoben, geführt, gelockt zu werden.

Genuss Nr. 3
Wir genießen großzügige Bewegungen. Eine gute Geschichte ist ein großzügiges Bewegen im Raum, in der Zeit und in den sozialen Ausdehnungen.
Das moderne Großstadtleben ist ein Leben in Schachteln: Schachtelzimmer, Schachtelwohnung, Schachtelauto, Schachtel-U-Bahn, Schachtelhaus, selbst dann Schachtelhotel im Süden. Alles ist verschachtelt. In Schachteln aber sind keine großzügigen Bewegungen möglich. Also sollten gute Geschichten in unverschachtelten Räumen spielen. Albert Wendt

Marcel Cremer

Labor | Konzeptionelle Ansätze
Marcel Cremer | Der unbekannte Mitspieler

Donnerstag, 18. September 2008, 14:30 bis 17.00 Uhr
T-WERK Potsdam

Der unbekannte Mitspieler ist immer wieder und in jeder Aufführung der Zuschauer. Ich biete ihm im Theater das Du an und beginne zu spielen. Ich spiele ihm etwas vor. Ich bin ein Vor-Spieler. Ich habe ein Spiel vorbereitet. Wenn ich nichts vorbereitet habe oder schlecht vorbereitet bin, scheitert das Spiel. Unweigerlich. Die Regeln des Spiels müssen bekannt sein. Sie sind gleich für das Kinder-, Jugend- und Erwachsenentheater. Es gibt keine Ästhetik des Jugendtheaters. Ich spiele auf der Bühne glückliche oder glücklose Menschen. In ihrem Verhältnis zueinander. Sie haben ihre eigene Sprache. Eigene Geschichten. Diese Menschen haben mit mir zu tun. Sie sind meiner Biographie entsprungen. Sie sind nicht der pädagogischen Absicht entsprungen, den Jugendlichen zu belehren oder zu bekehren. Der Jugendliche ist nicht weniger und nicht mehr gefährdet als ein Kind oder Erwachsener. Er ist heute wie ich, als ich damals so alt war wie er heute. Nur anders, weil die Welt anders ist. Aber immer noch ist er auf der Schwelle zwischen Kindheit und Erwachsensein. In die Jugendzeit muss man rein, damit man aus der Kindheit raus kann. Aus der Jugendzeit muss man raus, um erwachsen zu werden. Die Jugendzeit ist ein Zwischenraum. Ein Schwellenland. Eine Pufferzone. Ein No-mans-land. Ein Morast. Ein Minenfeld. Ein Todesstreifen. Ein unbeleuchtetes Waldstück. Ein Grenz-Raum. Es gibt kein Zurück. Man nimmt Anlauf. Man springt. Man landet. Der Sprung ist die Jugendzeit. Das sollte der Theatermensch wissen, wenn er dem Jugendlichen das Du anbietet. Im Theater. Marcel Cremer

Marcel Cremer gründete 1979 die AGORA und leitet das Theater seitdem. Sowohl in den Inszenierungen als auch in Workshops entwickelte er die Methode des „autobiographischen Theaters” weiter. Sie basiert darauf, dass der größte Reichtum eines Spielers, eigentlich eines jeden Menschen, seine Biographie, sein Erfahrungsschatz und seine Geschichte sind. Dies ist die Grundlage, auf der sich Spieler und Zuschauer im Theater Cremers begegnen. Seine Inszenierungen und die von ihm geschriebenen Stücke erhielten zahlreiche Preise. Neben seiner kontinuierlichen Arbeit für AGORA war Marcel Cremer immer wieder als Regisseur vor allem für deutsche Freie Theater tätig. 150 autobiographische Theatergeschichten hat er 2006 in dem Buch „Der unsichtbare Zuschauer” versammelt. „Es sind Haltungen und Grundpositionen des Theatermannes Cremer. Seine Theaterauffassung ist nicht von einer Ästhetik hergeleitet, (…) sondern geleitet von dem Anliegen, die Wirklichkeit auf die Bühne zu bringen.” (Christel Hoffmann in IXYPSILONZETT 1/2007)

Michael Vogel

Labor | Konzeptionelle Ansätze
Michael Vogel
Die Masken von KLASSE KLASSE

Freitag, 19. September 2008, 14.30 bis 18.00 Uhr
T-WERK Potsdam

Die Masken von KLASSE KLASSE
Jeder Mensch, der eine Maske aufsetzt, überschreitet eigene Grenzen. Indem er die Maske annimmt, betritt er fremdes Gebiet. Das grundsätzliche Paradox von Masken, das lebendige Gesicht mit einer starren und begrenzten Form zu verhüllen, um damit lebendige Figuren zu schaffen, ist gerade auch Reiz und Herausforderung. Plötzlich grinst eine Maske, wird böse, ist erstaunt oder wird sogar rot vor Scham. Hier löst sich die Starre der Maske auf und wird zu einer großen lebendigen Kraft und einem Medium für unmittelbare Begegnungen. Mit drei einfachen Übungen kommen wir diesem Ziel näher. Und wer noch glaubt, dass er sich hinter einer Maske verstecken kann, wird eine Überraschung erleben. Michael Vogel
Das Atelier gibt einen Einblick in die Theaterarbeit mit Masken. Michael Vogel hat in den letzten 20 Jahren eine eigenständige Form des Theaterspiels mit Masken entwickelt und inszeniert.

Michael Vogel ist in Naila geboren und lebt heute in Berlin.
Er studierte an der Folkwang-Hochschule in Essen Pantomime und Schauspiel und ist Folkwang-Preisträger für Theater und Tanz. Michael Vogel arbeitet als Regisseur, Schauspieler, Bühnenbildner und Maskenbauer.
Seit 1992 ist er als Regisseur und Choreograph an zahlreichen Theatern tätig. u.a. am Schauspielhaus Bochum, am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, dem Theater Kohlenpott Herne und der bremer shakespeare company. Er ist Künstlerischer Leiter der internationalen Theatergruppe Familie Flöz. Regisseur, Mitautor, Bühnenbildner und Darsteller zahlreicher Masken-Theaterproduktionen, u.a. Ristorante Immortale (1998), Teatro Delusio (2004), Infinita (2006) und Hotel Paradiso (2008). Masken, Regie und Bühne zum Wintermärchen nach W. Shakespeare (2004) und Konzept, Bühne und Regie beim Circus Quantenschaum (2005) der bremer-shakespeare-company.
2007 führt er Regie bei der Inszenierung KLASSE KLASSE /THEATER STRAHL BERLIN. Michael Vogel hatte Lehraufträge an verschiedenen Hochschulen. Derzeit lehrt er an der Universität der Künste und der der Hochschule für Schauspiel „Ernst Busch” in Berlin.

Atelierpräsentationen
Samstag, 20. September 2008, 14.00 bis 17.30 Uhr
Treffpunkt: T-WERK Potsdam