Große 1. Kuss-Lesung und Preisverleihung
Die „Große 1. Kuss-Lesung und Preisverleihung” fand am Dienstag, 7. Februar 2012 in der Weißen Rose in Berlin-Schöneberg mit den jungen Autorinnen und Autoren und Gästen statt. Christian Giese, Schauspieler des KUSS-Ensembles, führte durch das Programm.
Zuerst begrüßte und interviewte Christian Giese die niederländische Erfolgsschriftstellerin Francine Oomen. Sie las aus ihrem Buch „Rosas schlimmste Jahre: Wie überlebe ich meinen ersten Kuss?” (erschienen im Ravensburger Verlag), dem auch das Theaterstück WIE ÜBERLEBE ICH MEINEN ERSTEN KUSS zugrunde liegt.
Medienwirksam, die Rapgruppe aus Berlin, freestylte musikalische Küsse für die Ohren und Lippegau küsste beatboxend.
Und dann begann die Preisverleihung und Lesung der ausgewählten Geschichten. Die Jury wählte von 190 eingereichten 1. Kuss-Geschichten die besten drei und vergab vier Sonderpreise. Die Geschichten wurden von den Schauspieler_innen des KUSS-Ensembles vorgelesen, bis auf eine Ausnahme: Emma, die den Sonderpreis „langer Text” bekam, las ihre Geschichte Von Rot zu Grün (pdf) selbst vor.
Der Sonderpreis „ü25” wurde an Dirc Reschke für seine Geschichte Mein erster richtiger Kuss verliehen.
Den Sonderpreis „u11” erhielt Ruben Granz für seine Geschichte Eine sehr ungewöhnliche Kussgeschichte (pdf)
Sonderpreis „Lyrik”
Der erste Kuss – ein Gedicht ( Veröffentlichung wird noch geklärt)
Julinka Walz bekam für ihre Geschichte Sevgili vs. Brownie den 1. Preis.
Nicht ganz ein Engel von Josephine Valeske wurde von der Jury auf Platz 2 ausgewählt.
Hier stand ich ... von Anne Ulbricht bekam den 3. Preis.
Zum Abschluss signierte Francine Oomen die vom Ravensburger Verlag für alle Preisträger_innen gesponsterten Bücher „Wie überlebe ich meinen ersten Kuss?”
Für die Preise und Unterstützung danken wir:
DIE JURY STELLT SICH VOR:
Günter Jankowiak
Kussvita
20.02.1951 ob mich meine mutter zur begrüßung auf dieser welt geküsst hat, muss ich sie jetzt unbedingt fragen
9.9.1954 brigitte k. knabbert mir bei einem kussversuch die unterlippe an
(aus frust oder lust?), bis sie blutet und ich im krankenhaus genäht
werden muss.
4.6.1959 bei einem doppelkussversuch mit den zwillingen fange ich mir eine brennende backenpfeife von gabi und anschließend einen trostkuss von angelika (schmeckt süß, führt aber leider zu nichts weiterem)
april 1957-april 1963 karin h. küsst immer nur rainer. und mich? nie! – großes trauma!!!
29.9.1966 das dänische mädchen elsa jørgensen erschreckt mich mit der anwesenheit ihrer zunge in meinem mundraum. natürlich wusste ich von dieser kuss-variante. aber kann man nicht wenigstens vorher fragen?
2.8.1968 mein bisher längster zungenkuss: eine stunde 34 minuten. moni und ich leiden drei tage an wunden zungen und lippen. ich muss den sportunterricht wegen meines schiefen halses schwänzen.
ab 1978 zeigt mir i. was ein kuss sein kann (DANKE!!!)
zwischen 1994 und 1999 f. übt mit mir täglich (mit einigem erfolg! dochdoch!)
seit 2008 lustküsse mit k. variantenreich, täglich neu und – uups! überraschend
14.12.2012
ich danke ALLEN für ihre küsse: die wilden, die sanften, die feuchten, die langen, die abschieds-, ankunfts-, wiedersehens-, letzten, ersten, sonn-, feier- und alltäglichen küsse, – und die tropisch heißen an nächtlicher loire, die leidenschaftlichen vor großer leinwand, die sehnsüchtigen am telefon, die traurig klirrendkalten am plöner see, die heimlichen im hauseingang und die unheimlichen in den dünen (du weißt schon!) und... und... und... danke mädels (und danke karl-heinz, – aber davon erst beim nächsten mal)
[günter jankowiak im dezember 2011]
Karen-Susan Fessel
Geboren 1964 in Lübeck, aufgewachsen in Meppen/Ems, studierte Theaterwissenschaft, Französisch und Deutsch in Berlin und arbeitet und lebt seit 1992 als Schriftstellerin, Journalistin und Dozentin für Schreibworkshops in Berlin. Sie hat insgesamt 25 Bücher geschrieben, davon 12 für Kinder und Jugendliche, die teilweise in mehrere Sprachen übersetzt und mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet wurden. Näheres unter: www.karen-susan-fessel.de
Eno Wohlgemuth
Ich heiße Eno Wohlgemuth, bin 30 Jahre alt und studiere Politikwissenschaft. Ich lebe in Kreuzberg und arbeite nebenbei im Ratibor-Theater. In meiner Freizeit spiele ich Fußball und mache Musik. Ich bin Rapper in der Band „medienwirksam” (www.medienwirksam.de)
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Diana Höhne
Ich hatte Steffen am Vorabend auf einer Party kennengelernt. Zuvor war ich versetzt worden. Meine Stimmung war dementsprechend. Aber Steffen schaffte es, mich abzulenken. Wir lachten nahezu ununterbrochen. Am Ende des Abends tat mein Bauch schon weh, aber ich war trotzdem zu schüchtern, ihm meine Nummer zu geben.
Umso erstaunter war ich, als ich am nächsten Morgen eine SMS von ihm erhielt. Er hätte den Abend sehr schön gefunden und würde sich gern mit mir treffen. Wie war er an meine Nummer gekommen?
Nun befand ich mich in der sprichwörtlichen Zwickmühle. Dieser Abend sollte meiner besten Freundin gehören, gemeinsam hatten wir geplant, die Söhne Mannheims unter der Goldelse zu sehen. Ich schilderte ihr mein Dilemma. Und was antwortete die beste Freundin auf der ganzen Welt? „Kein Problem, geh' ruhig mit ihm. Ich will ihm deine Nummer nicht umsonst gegeben haben.”
Ich traf Steffen unter dem Brandenburger Tor. Und nun stellt euch folgendes vor: Steffen und ich laufen die Straße des 17. Juni entlang. Es ist Winter, der Schnee liegt sanft auf der Stadt. Wegen des Konzertes ist die Straße hell erleuchtet. Wir spazieren neben der Straße. Der Weg ist von Bäumen eingesäumt, durch die die Lichter strahlen. Ganz anders als am Abend zuvor, lachen wir wenig. Steffen erzählt mir viel von seiner Familie. Vor allem von seinem Großvater, seinem Vorbild. Dann nimmt er meine Hand. So gehen wir noch eine Weile, bis er stehen bleibt. Er lächelt mich an, neigt seinen Kopf und küsst mich. Der Schnee fällt weich auf uns nieder, im Hintergrund ertönt Xavier Naidoos Stimme. Die Zeit scheint stehenzubleiben.
Diese Geschichte scheint zu perfekt? Sowas gibt es doch gar nicht? Ihr glaubt mir nicht? Heute bin ich 20 Jahre alt, mit 16 Jahren hatte ich meinen ersten Kuss. Ich gebe zu, vielleicht hat sich das eine oder andere nicht zu einhundert Prozent so zugetragen. Aber wenn mich jemand nach meinem ersten Kuss fragt, dann erzähle ich ihm die Geschichte von Steffen und dem Schnee.
Jörg Menke-Peitzmeyer
wurde am 15. Juni 1966 in Anröchte/Westfalen geboren. An der Folkwang Hochschule in Essen absolvierte er von 1986 bis 1990 ein Schauspielstudium, die folgenden Engagements führten ihn nach Mainz, Gießen, an das Theater am Kurfürstendamm und das Schloßparktheater in Berlin, in die Ensemble der Landestheater Stendal und Coburg.
In Leipzig studierte er von 1998 bis 2002 am renommierten Deutschen Literaturinstitut mit dem Schwerpunkt Szenisches Schreiben. In dieser Zeit entstand auch sein erstes Theaterstück Der Manndecker über einen alternden Fußballstar, das 2000 am Theater am Volkspark in Halle uraufgeführt wurde. Es folgten mehrere Stücke über jugendliche Außenseiter, darunter das Solo Steht auf, wenn ihr Schalker seid über einen fanatischen Fußballfan, das bisher an 25 Theatern inszeniert und ins Englische, Chinesische und Kroatische übersetzt wurde. Mit weiteren Fußballstücken machte er sich einen Namen als Fußballexperte für das Theater. Für das Jugendtheater entstanden viele Auftragswerke: Discotheater für das Mittelsächsische Theater Freiberg zum Thema Landflucht, B-Jugend für das GRIPS Theater Berlin über Fußballfreundschaften, Erste Stunde für das Theater der Altmark Stendal zum Thema Mobbing und Arm aber sexy für das Schlosstheater Moers über Armut bei Jugendlichen. In Zusammenarbeit mit dem theaterkohlenpott Herne entstand zum Thema überforderte Väter Ich bin ein guter Vater und mit dem Jungen Ensemble Stuttgart (JES) die Komödie zum Mauerfall Mandy-Im Tal der Ahnungslosen. 2010 schrieb er für das Stadtheater Koblenz die Boulevardkomödie Der rote Teufel, vom Land Baden-Württemberg erhielt er ein Stipendium zur Stückentwicklung über die Abschiebung eines Jungen in die Türkei; Türkiye'ye Hos Geldiniz (Willkommen in der Türkei), das 2011 vom Offenburger Theater BAAL novo, Theater über Grenzen, i nszeniert wird und vom Landestheater Linz den Stückauftrag für den Jugendkrimi Schmiere stehn. Seine Stücke wurden mehrfach ausgezeichnet. Er lebt als freier Autor und Schauspieler in Berlin.|mehr (pdf)|















